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WAHL GANG Berlin 2006

Bildung

Schule:

Im Programm von CDU/CSU kommt der Themenkomplex Schule ziemlich kurz. Zu den die anderen Parteiprogramme diskutierten Themen Ganztagsschule, Abitur nach zwölf Jahren oder gegliedertes Schulsystem finden sich keine Aussagen. Die Union spricht sich lediglich für eine stärke Förderung hochbegabter Kinder und Jugendlicher aus und bekennt sich klar zum Religionsunterricht als Pflichtfach.

Bei den Liberalen stellt die Bildung erwartungsgemäß einen Programmschwerpunkt dar. Die FDP erklärt deutlich, dass der Staat mehr in Schulen investieren muss. Davon soll u.a. der Ausbau von Ganztagsschulen in allen Schularten und die Nachmittagsbetreuung an Halbtagsschulen finanziert werden. Das Abitur sollte nach dem Dafürhalten der FDP nach 12 Jahren abgelegt werden. Dies ist eine der Maßnahmen, die zum Ziel hat, die Ausbildungszeiten in Deutschland den internationalen Standards entsprechend zu verkürzen und einen früheren Eintritt ins Erwerbsleben zu ermöglichen. Bereits mit fünf Jahren sollen alle Kinder eine so genannte Startklasse besuchen, so dass früh mit Förderung begonnen werden kann. An einem differenzierten Schulsystem will die FDP festhalten.

Bündnis 90/Die Grünen dagegen plädieren dafür, das dreigliedrige Schulsystem zu überwinden. Sie sind gegen "Selektion und Ausgrenzung". Sie verweisen auf die in der PISA-Studie erfolgreichen Länder und fordern mehr individuelle Förderung statt nach Schultypen differenziertes Lernen. Sie befürworten die Ganztagsschule.

Die SPD nennt beim Thema Ganztagsschule konkrete Zahlen: Bis 2008 sollen 10.000 neue Ganztagsschulen zur Verfügung stehen. Dafür bleiben sie bei der Frage nach dem Schulsystem vager: Durchlässigkeit und individuelle Förderung sollen zwar erhöht werden, doch explizit eine Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems fordert die SPD in ihrem Programm nicht.

Die Linkspartei.PDS wendet sich gegen die Abhängigkeit von Bildungschancen für Schüler je nach ihrer sozialen Herkunft udn fordert eine Abschaffung des jetzigen gegliederten Schulsystems zugunsten "einer Schule für alle" in Form einer integrativen Gemeinschaftsschule bis zur Klassenstufe 10. Um die herrschende "Kleinstaaterei" in der Bildungspolitik der Länder zu stoppen, plädiert die Linkspartei für einheitliche Qualitätsstandards und Prüfungsanforderungen in ganz Deutschland. Insgesamt will die Partei die öffentluchen Ausgaben für das Bildungswesen auf sechs Prozent des BIP anheben udn die Mittel zugnsten der Vor- und Grundschulen umschichten.


Hochschule:

Studiengebühren ja oder nein ist zur Zeit die Frage, die die Hochschulpolitik am meisten bewegt. In den Ländern verlaufen die Fronten klar: SPD-geführte Bundesländer lehnen sie ab, Unionsgeführte Landesregierungen wollen sie einführen. Wie äußern sich die Parteien auf bundespolitischer Ebene?

Das Erststudium soll gebührenfrei bleiben, so die SPD. Nur so könne der Zugang zu Hochschulen unabhängig von den finanziellen Voraussetzungen der Jugendlichen bleiben. Und auch qualifizierten Bewerbern ohne Abitur soll eine Hochschulausbildung offen stehen. Das BAföG möchte die SPD als Förderung erhalten und nicht in ein Volldarlehen umwandeln.

Für die Linkspartei.PDS ist das Prinzip der Gebührenfreiheit für Schule und Lehrewichtig, deshalb lehnt sie Studiengebühren ab. Die Hochschulen sollen u.a. durch mehr Mitbestimmungsrechte demokratisiert werden und mehr Autonomie erhalten.

Bündnis 90/Die Grünen gehen sogar noch weiter und wollen das BAföG zu einer elternunabhängigen Unterstützung für die Studierenden ausbauen. Das Erststudium wollen sie ebenfalls gebührenfrei halten. Bei der Hochschulfinanzierung sollen die Nachfrage der Studierenden und deren Bedürfnisse ein größeres Gewicht erhalten. Dies soll den Wettbewerb der Hochschulen verstärken. Bündnis 90/Die Grünen wollen mehr Internationalität an den deutschen Hochschulen und begrüßen den Bologna-Prozess und die internationale Vergleichbarkeit der Abschlüsse.

Auch die FDP will den Wettbewerb der Hochschulen untereinander und mit den Universitäten im Ausland steigern. Sie spricht sich für eine sofortige Umsetzung des Bologna-Prozesses aus. Studienortwechsel sollen durch Credit Point Systeme unkompliziert möglich werden. BAföG-Empfänger sollen auch im Ausland studieren können. Grundsätzlich fordert die FDP mehr Autonomie für die Hochschulen. Das heißt, dass sie selbst Studierende und Personal auswählen und Studiengebühren erheben dürfen. Stipendiensysteme sollen etwaige Benachteiligungen ausgleichen, so dass Qualität und nicht Herkunft des Bewerbers über die Aufnahme eines Studiums entscheiden.

Die Union spricht sich nur vage für kürzere Ausbildungszeiten und die Teilhabe aller an Bildung aus. Studiengebühren erwähnt sie in ihrem Programm nicht. Sie spricht sich dafür aus, die Gestaltungsmöglichkeiten der Länder im Politikfeld Bildung zu erhöhen.

 
 

Die Wahlprogramme im Vergleich:





>> Bildung
        - Schule
        - Hochschule


>> Soziales und Gesundheit
        - Gesundheit
        - Familie


>> Wirtschaft und Arbeit
        - Wachstum
        - Arbeit





>> Außenpolitik
        - EU
        - Bundeswehr



Die Texte den Wahlprgrammen wurden uns freundlicherweise von www.politikerscreen.de zur Verfügung gestellt. Danke!