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Johannes Vogel
Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen
Die Politik einer künftigen Bundesregierung muss schnellstmöglich
wieder Raum für neue Perspektiven schaffen. Angesichts
der strukturellen Probleme in Deutschland ist jeder Tag, der
ungenutzt verstreicht, für die Menschen ein verlorener
Tag. Wir brauchen daher eine Politik, die den Finger auf dem
"Fast Forward"-Button hat.
In Deutschland hat die Arbeitslosigkeit mittlerweile das erschreckende
Ausmaß von knapp fünf Millionen Arbeitslosen angenommen.
Das ist nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein gesellschaftliches
Problem, denn Arbeitslosigkeit bedeutet auch Verlust an Lebensqualität,
Unabhängigkeit und der Möglichkeit zum selbstbestimmten
Leben. Die Massenarbeitslosigkeit hat zu einer besorgniserregenden
Perspektivlosigkeit geführt.
"Investitionsfreundliches Klima schaffen"
Um wieder mehr Menschen in Beschäftigung zu bringen,
setzten wir auf eine Politik, die der Marktwirtschaft wieder
vertraut. Politik schafft keine Arbeitsplätze, sie kann
nur die Rahmenbedingungen der Unternehmen verbessern, damit
diese in Deutschland investieren und so neue Arbeitsplätze
entstehen. Um wieder ein investitionsfreundliches Klima zu
schaffen, müssen bürokratische Hürden abgebaut
sowie Freiräume für unternehmerische Aktivitäten
geschaffen werden. Konkret bedeutet das: Lockerung des Kündigungsschutzes,
Abschaffung des Ladenschlussgesetzes, Ermöglichung von
betrieblichen Bündnissen für Arbeit und Abschaffung
des Meisterzwanges. Um den Menschen wieder mehr finanzielle
Handlungsspielräume zu eröffnen und den privaten
Konsum anzukurbeln, benötigt Deutschland gleichzeitig
eine umfassende Steuerreform als einen Impuls für Dynamik.
Ziel muss ein einfaches, verständliches und gerechtes
Steuersystem sein, bei dem jeder wieder mehr von seinem Gehalt
auch netto in der Tasche hat. Wir schlagen dazu Einkommenssteuerstufen
von 15, 25 und 35 Prozent vor.
Liberales Bürgergeld und vollständige private
Kapitaldeckung
Besonders verheerend aus Sicht der jungen Generation ist allerdings
auch die Situation der sozialen Sicherungssysteme und der
öffentlichen Haushalte. Angesichts des unausweichlichen
demographischen Wandels und steigender Kosten im Gesundheitswesen
helfen kleine Reparaturen im System nicht mehr weiter. Ein
Systemwechsel, der eine soziale Absicherung aller langfristig
sichert, ist unausweichlich. Dazu notwendig ist auf der einen
Seite die Einführung des so genannten Bürgergeldes
und auf der anderen Seite die Einführung des Prinzips
der vollständigen privaten Kapitaldeckung in der Renten-,
Pflege- und Krankenversicherung. Das derzeitige Umlageprinzip
in der Rente ist nicht mehr zeitgemäß, der endgültige
Kollaps rückt immer näher. Durch eine private Kapitaldeckung
wollen wir das Rentensystem "demographiefest" machen.
In der Krankenversicherung soll sich jeder Bürger privat
versichern müssen. Dabei soll eine Grundsicherung für
die großen Lebensrisiken gewährleistet werden,
über die hinaus alle Leistungen, je nach individuellen
Wünschen und Bedürfnissen, frei wählbar sind.
So wird durch geringere Lohnnebenkosten der Faktor Arbeit
entlastet, gleichzeitig wird soziale Sicherung wieder generationengerechter.
Durch eine Einführung des Bürgergelds werden die
heutigen verschiedenen Sozialeistungen zu einer Grundsicherung
zusammengefasst, die durch flexible Hinzuverdienstmöglichkeiten
aufgestockt werden kann und so Anreize für einen gleitenden
Übergang in den Arbeitsmarkt schafft.
Staat muss sich wieder auf Kernaufgaben konzentrieren
Die derzeitige Politik auf Pump beraubt uns und kommende Generationen
der Möglichkeit eigene Ideen und Herausforderungen zu
gestalten. Schließlich muss jeder Kredit einmal mit
Zinsen zurückbezahlt werden. Um auch kommenden Generationen
Handlungsfähigkeit zu erhalten, bedarf es schnellstmöglich
einer Konsolidierung der öffentlichen Haushalte und einer
nachhaltigen verantwortungsbewussten Finanzpolitik. Zur Erhaltung
dieser Handlungsspielräume ist es unumgänglich,
dass sich der Staat wieder auf seine Kernaufgaben konzentriert.
Nur dann können frei gewordene Mittel in Bildung, Wissenschaft
und Forschung investiert werden.
Sofort benötigen wir eine Rückführung der jährlichen
Neuverschuldung auf die in den Verträgen von Maastricht
festgelegten drei Prozent des Bruttoinlandproduktes. Langfristig
jedoch einen generellen Schuldenverzicht der öffentlichen
Hand. Dies lässt sich nur finanzieren, wenn wir konsequent
alle staatlichen Subventionen schrittweise auf null zurückführen.
Um auch ein öffentliches Bewusstsein für die Tragweite
der Verschuldung und der allgemeine Schieflage in den öffentlichen
Ausgaben zu erzeugen, müssen darüber hinaus ab sofort
ehrliche Generationenbilanzen erstellt werden. Durch solche
wird aufgelistet, wie viel Geld in Renten, Subventionen und
Gegenwartsprojekte geht, und wie viel in Schule und Bildung
und Zukunftsinvestitionen fließt.
Die langfristige Grundlage für wirtschaftlichen und individuellen
Erfolg der Menschen liegt nämlich in einer klaren Priorität
für Bildung, Ausbildung und Forschung. Hierbei geht es
darum, jeden, den Hochbegabten ebenso wie den Lernschwachen,
nach seinen individuellen Möglichkeiten und unabhängig
von der sozialen Stellung seines Elternhauses optimal zu fördern
Eine Gesellschaft, die auch in Zukunft wettbewerbsfähig
sein will, kann es sich nicht leisten, das Bildungspotential
der Gesellschaft unausgeschöpft zu lassen. Zudem bedeutet
Bildung auch Lebensqualität. Dieser dürfen wir Jugendliche
nicht berauben. Bildung und Ausbildung sind jedoch teuer.
Daher muss neben Privaten auch der Bund mehr Mittel in die
Bildung investieren. Das Bildungssystem der Zukunft setzt
dabei so bald wie möglich auf mehr Autonomie der Bildungsstätten
von Schule und Hochschule und das Potential und die Vielfalt
eines produktiven Wettbewerbs unter diesen.
Zuwanderung nach Deutschland ausbauen
Das beste Bildungssystem nützt allerdings nichts ohne
Kinder. Zwar muss eine zukünftige Regierung auch die
Zuwanderung nach Deutschland als wirtschaftliche und kulturelle
Bereicherung weiter ausbauen, aber das allein wird die demographischen
Probleme nicht lösen. Wir brauchen darüber hinaus
eine ganz andere Orientierung auf Familien. Unter Familie
verstehen wir Junge Liberale dabei jede Gemeinschaft unterschiedlicher
Generationen, in der füreinander Verantwortung übernommen
wird.
In der Familienpolitik geht es nicht nur darum, Kinder finanzielle
zu ermöglichen. Ziel muss es darüber hinaus sein,
endlich die überfällige wirkliche Vereinbarkeit
von Familie und Beruf zu erreichen. Hier geht vor allem um
Betreuung, Betreuung und noch einmal Betreuung. Und zwar auf
mittlere Sicht ganztags, ab Geburt und vor allem kostenfrei.
Natürlich muss die staatliche Förderung so ausgerichtet
werden, dass die Eltern sich das von ihnen gewünschte
Angebot im Wettbewerb aussuchen können. Es gehört
zur Ehrlichkeit einer neuen Politik mit veränderten Prioritäten,
dass der Staat für solche wirklich wichtige Ausgaben
auf die permanent anzutreffende Subvention der Vergangenheit
(z. B. alter Industrien) endlich verzichten muss.
Neben den überfälligen strukturellen Reformen, müssen
wir aber auch auf dem Weg zu einer freieren Gesellschaft weiter
vorankommen. Eine freie Gesellschaft ist jedoch nicht eine,
die die Grundrechte der Bürger immer weiter einschränkt.
Angesichts einer neuen Bedrohung durch den internationalen
Terrorismus wird zur angeblichen Verbesserung der Sicherheit
von Seiten des Staates immer mehr in die Privatsphäre
der Bürger eingegriffen und werden gesellschaftliche
Freiräume beschnitten. In einer freiheitlichen Gesellschaft
kann jedoch keine absolute Sicherheit gewährleistet werden.
Zu einer wirklich effektiven und adäquaten Bekämpfung
von Terrorismus und Kriminalität benötigen wir nicht
immer neue, schärfere Gesetzte, sondern eine bessere
Ausstattung von Polizei und Geheimdiensten. Durch eine immer
massivere Ansammlung von Daten der Bürger und dem staatlichen
Vordringen in letzte persönliche Rückzugräume
werden Terrorismus und Kriminalität nicht verhindert,
wir nähern uns nur immer weiter einem potentiellen Überwachungsstaat
und dem gläsernen, zum Konformismus getriebenen Bürger.
Zur Bewahrung des liberalen Rechtsstaates muss der Große
Lauschangriff, die Einführung biometrischer Daten in
die Ausweispapiere und das Gesetz zur Förderung der Steuerehrlichkeit
zurückgenommen werden. Eine Ausweitung der DNA Datenbanken
sowie die Vorratsdatenspeicherung von Kommunikationsdaten
dürfen in Deutschland nicht Gesetz werden.
Die Wehrpflicht muss fallen
Neben den Bürgerrechten muss auch auf anderen Politikfeldern
die gesellschaftliche Liberalisierung weiter vorangetrieben
werden. Die Gleichstellungspolitik und bessere Integration
von Ausländern sind hier nur zwei Beispiele. Vor allem
muss schnellstmöglich nach der Wahl eine deutsches Relikt
der Freiheitsbeschränkung jungen Männer endlich
fallen: Die Wehrpflicht. Sie ist heute sicherheitspolitisch
nicht mehr erforderlich und stellt somit einen unverhältnismäßigen
Eingriff in das Leben der Betroffenen dar.
Klar ist, dass die ernste Probleme und die allgemeine Perspektivlosigkeit
ein mutiges Handeln einer neuen Bundesregierung erfordern.
Vom Kernproblem der hohen Arbeitslosigkeit leiten sich dann
wie beschrieben in vielen verschiedenen Politikfeldern schnell
die wichtigsten Herausforderungen ab, damit Deutschland wieder
wettbewerbsfähiger, generationengerechter, lebenswerter,
vielfältiger, chancenreicher und freier wird. Deutschland
kann sich bei dieser Wahl für einen wirklichen Neuanfang
entscheiden. Diesen können die Liberalen am besten gewährleisten.
Wir haben die beschriebene Lösungsansätze und Konzepte
entwickelt und sind bereit diese umzusetzen. Deshalb engagiere
ich mich bei dieser Wahl mit den Jungen Liberalen mit aller
Kraft für einen Wahlerfolg der FDP. Ich bin davon überzeugt,
dass wir so am ehesten und am schnellsten wieder begeisternde
Perspektiven für die Menschen schaffen können!
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Die Texte der "Jungen":

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Börn Böhning
Juso-Bundesvorsitzender
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Philipp Mißfelder
Bundesvorsitzender der Jungen Union (JU)
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Stephan Schilling
Sprecher des Bundesverbands der Grünen Jugend
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Johannes Vogel
Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen (JuLis)
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Die Texte zum "Jugengipfel" wurden uns
freundlicherweise von www.politikerscreen.de
zur Verfügung gestellt. Danke!

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