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Börn Böhning
Juso-Bundesvorsitzender
Die Herausforderungen der zukünftigen Regierung sind
klar: Sie muss sozialen Fortschritt in neuen Zeiten verwirklichen.
Sie muss Beschäftigung schaffen und die soziale europäische
Verantwortung wahrnehmen. Und sie muss die Erneuerung des
Landes vorantreiben, ohne auf neoliberale oder marktradikale
Glaubenssätze hereinzufallen.
Die künftige Bundesregierung muss
die Arbeitslosigkeit bekämpfen.
Deutschland ist Exportweltmeister. Das bedeutet, unsere Wirtschaft
ist hochproduktiv und hochleistungsfähig. Das ist das
Ergebnis sozialdemokratischer Innovations- und Steuerpolitik.
Das zentrale Problem der heutigen Ökonomie aber ist die
lahmende Binnennachfrage. Diese "offene Wunde" eines
selbstragenden Aufschwungs und mehr Beschäftigung müssen
wir dringend schließen. Deshalb schlägt die SPD
die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerksrechnungen vor.
Das stärkt die Nachfrage im Inland, vor allem werden
damit kleine Betriebe und das Handwerk unterstützt -
so dass Arbeit entstehen kann. Darüber hinaus brauchen
wir mehr Investitionen in Bildung und Forschung. Wir müssen
diese Investitionen in den nächsten vier Jahren auf drei
Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigern.
Der Fokus einer zukünftigen Bundesregierung muss auf
der Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit liegen. Überraschenderweise
findet sich zu diesem Thema im Wahlprogramm der Union kein
einziges Wort. Ziel einer neuen Regierung muss es sein, die
Jugendarbeitslosigkeit auf Null zu drücken. Mit den Arbeitsmarktreformen
wird jedem Jugendlichen ein Angebot auf Job oder Qualifizierung
gemacht. Das ist der erste Schritt zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit.
In einem zweiten Schritt brauchen wir für jeden Jugendlichen
eine zweite Chance: Jeder junge Mensch muss einen qualifizierenden
Schulabschluss bekommen. Anschließend müssen Angebote
öffentlicher Beschäftigung folgen, wenn die Unternehmen
nicht genügend Arbeitsplätze schaffen.
Kein Jugendlicher darf mehr ohne Ausbildung sein. Die Ausbildungskrise
muss endlich nachhaltig bekämpft werden. Die SPD steht
für eine Ausbildungsplatzgarantie für alle ausbildungssuchenden
jungen Menschen. Das bedeutet auch: Wenn die Unternehmen weiter
zu wenig ausbilden, müssen sie zahlen. Und zwar an diejenigen
Betriebe, die ausbilden. Das ist gerecht.
Die künftige Bundesregierung muss Gerechtigkeit
herstellen.
Ohne Sicherheit und Gerechtigkeit im Wandel ist die Erneuerung
des Landes nicht vorstellbar. Dafür brauchen wir einen
funktionsfähigen Sozialstaat, der Partner im Strukturwandel
ist.
Notwendig ist auch ein Staat, der finanziell handlungsfähig
ist, um die wichtigen Investitionen in Bildung, Forschung
und Infrastruktur zu tätigen. Deshalb ist die sogenannte
Millionärssteuer der richtige Weg. Sie schafft Steuergerechtigkeit
und ihre Einnahmen werden direkt in Schulen, Hochschulen und
Berufsschulen gesteckt.
Gerechtigkeit heißt auch, die Gleichstellung der Geschlechter
zu steigern. Obwohl junge Frauen heute die besseren Bildungsabschlüsse
als ihre gleichaltrigen Männer haben, sind ihre Karrierechancen
nach wir vor schlechter. Das ist ungerecht. Dort, wo die Diskriminierung
von Frauen am Arbeitsmarkt nicht beseitigt ist, brauchen wir
ein verbindliches Gleichstellungsgesetz. Darüber hinaus
müssen wir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für
Mann wie Frau steigern. Dazu müssen mit dem Elterngeld
Kindererziehungsphasen gefördert werden. Das heißt:
Väter und Mütter, die Kinder erziehen, erhalten
einen Anspruch auf eine Lohnersatzleistung in Höhe des
Arbeitslosengeldes I. Dies stärkt die Absicherung von
Familien - denn Familie ist dort, wo Kinder sind.
Die künftige Bundesregierung braucht eine bildungspolitische
Agenda der Chancengleichheit.
Die Sozialpolitik der Zukunft hat einen Namen: Bildung, Bildung,
Bildung. Bildung muss aber stets Chancengleichheit voraussetzen.
Das ist in Deutschland heute nicht der Fall. In keinem anderen
Land hängt Bildung so stark vom Geldbeutel der Eltern
ab, wie in Deutschland. Mit dem Ganztagsschulprogramm hat
die SPD dafür gesorgt, dass Bildung optimiert und ein
Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf geleistet
wird. Diesen Weg muss man weiter gehen. Wir Jusos befürworten
eine verbindliche Vorschule ab vier Jahren, damit Bildung
früher beginnt und Kindererziehung nicht nur Kinderaufbewahrung
ist. Die SPD wird als ersten Schritt das letzte Kindergartenjahr
kostenfrei gestalten. Wir wollen Bildung von Kindesalter an.
Alle internationalen Studien zeigen: Integrative Bildungssysteme
erzeugen die besseren Ergebnisse. Deshalb plädieren wir
für eine Gemeinschaftsschule bis Klasse 10 nach skandinavischem
Vorbild.
Notwendig ist mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem.
Wir Jusos glauben nicht, dass Abiturienten die besseren Azubis
sind. Deshalb fordern wir: Alle jungen Menschen mit abgeschlossener
Berufsausbildung müssen auf die Hochschule gehen können,
wenn sie nur wollen. Das wären wirklich gleiche Chancen.
Klar ist: Das geht nur mit dem Erhalt und dem Ausbau des BAföGs.
Genau das aber will die Union abschaffen. Die Jusos lehnen
zudem Studiengebühren kategorisch ab. Sie sind sozial
ungerecht und vernichten Aufstiegschancen. Denn das ist der
falsche Weg: In der Wissensgesellschaft brauchen wir mehr
und nicht weniger AkademikerInnen.
Die künftige Bundesregierung muss die Wehrpflicht
abschaffen.
Die Wehrpflicht ist ein Auslaufmodell. Von 400.000 jungen
Männern jedes Jahr müssen nur noch 70.000 zum Bund.
Damit wird nur noch jeder sechste junge Mann eines Jahrgangs
zum Wehrdienst eingezogen. Dies geschieht nach geradezu abenteuerlichen
und willkürlichen Lotteriemethoden. Deshalb ist die Wehrgerechtigkeit
nicht mehr gegeben. Der tiefe Eingriff in die Freiheit, Lebensplanung
und Berufsperspektive durch die allgemeine Wehrpflicht ist
nicht mehr zu rechtfertigen.
Die Wehrpflicht ist so oder ein Auslaufmodell. Viele europäische
Staaten haben bereits die Wehrpflicht abgeschafft. Heute brauchen
wir die Bundeswehr für den Aufbau ziviler Strukturen
in internationalen Krisengebieten. Die alten Massenarmeen
des Kalten Krieges gehören der Vergangenheit an. Für
internationale zivile Friedenseinsätze sind neunmonatige
Wehrpflichtige weitgehend ungeeignet. Deshalb gibt es schon
heute keinen einzigen Wehrpflichtigen in solchen Einsätzen.
Dies alles zeigt: Die Erneuerung des Landes darf nicht am
Kasernentor Halt machen. Unser Ziel ist eine neue Wehrstruktur,
damit Europa eine Friedensmacht werden kann. Dafür brauchen
wir keinen Wehrdienst mehr. Die Wehrpflicht gehört abgeschafft.
Die Agenda der künftigen Bundesregierung muss
gerecht sein. Sie muss sozialdemokratisch sein.
Dies sind Eckpunkte eines politischen Programms der nächsten
Generation. Sie sind nur zu verwirklichen in einer starken
sozialen Demokratie. Das alles wollen die Marktradikalen nicht.
Sie wollen den Sozialstaat abbauen, die Mitbestimmung abschaffen
und die Mehrwertssteuer erhöhen. Das Thema Jugendarbeitslosigkeit
kommt im Wahlprogramm der Union nicht vor. Es sei denn, es
geht um die Kürzung der Ausbildungsvergütungen.
Das werden wir Jusos zu verhindern wissen. Deshalb kämpfen
wir für eine starke SPD.
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Die Texte der "Jungen":

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Börn Böhning
Juso-Bundesvorsitzender
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Philipp Mißfelder
Bundesvorsitzender der Jungen Union (JU)
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Stephan Schilling
Sprecher des Bundesverbands der Grünen Jugend
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Johannes Vogel
Bundesvorsitzender der Jungen Liberalen (JuLis)
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Die Texte zum "Jugengipfel" wurden uns
freundlicherweise von www.politikerscreen.de
zur Verfügung gestellt. Danke!

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