Rund 2,6 Millionen Jugendliche dürfen am Sonntag zum ersten Mal ihre Stimme bei einer Bundestagswahl abgeben. Sie machen etwa vier Prozent der insgesamt 61,9 Millionen Wahlberechtigten aus.
Die Wahlbeteiligung der Jugendlichen wird voraussichtlich weit hinter den Zahlen der übrigen Bevölkerung zurückbleiben. Bei der letzten Bundestagswahl gingen 80 Prozent der Berechtigten an die Wahlurne, von den Erstwählern nur knapp 70 Prozent. Die geringste Wahlbeteiligung hatte mit etwa 68 Prozent die Gruppe der 21- bis 24-Jährigen. Ist die Jugend also, wie oft behauptet wird, politikverdrossen?
Die Shell-Jugendstudie untersucht seit 50 Jahren die Einstellung der Jugendlichen im Alter von 12 bis 25. Das Fazit der letzten Untersuchung von 2002 war eindeutig: Nur noch 30 Prozent bezeichneten sich als politisch interessiert. Im Jahr 1991 lag die Zahl noch bei 57 Prozent. Ein Drittel gab an, "politisch desinteressiert" zu sein. In der Studie wurden die Jugendlichen gefragt: Welche der Parteien kann die Probleme in Deutschland am besten lösen? Fast 40 Prozent antworteten: keine.
"Pauschale Parteienschelte bringt nichts"
Klaus Hurrelmann, Professor für Sozialwissenschaften an der Universität Bielefeld, leitete die Shell-Studie im Jahr 2002. Er warnt davor, die Schuld an der niedrigen Wahlbeteiligung von Jugendlichen der Politik zu geben: "Pauschale Parteienschelte bringt nichts." Es gebe zwei Aufgaben: die Politik jugendfähig zu machen und die Jugend politikfähig zu machen.
Die Initiative "Wahlgang 05" hat sich diesem Ziel verschrieben. Dahinter steht eine von Studenten geführte Agentur für politische Kommunikation. Es sei ihre "Mission", Erst- und Jungwähler für die Wahl zu motivieren. Schon im Jahr 2002 erarbeitete die "Wahlgang" eine Kampagne, die aber nur auf den Wahlkreis 84 in Berlin angelegt war. Dieses Jahr ist sie bundesweit aktiv. Sie tourt durch Schulen, veranstaltet Infoabende mit Politikern und schaltet Werbespots im Fernsehen. Außerdem betreibt sie eine kostenlose Hotline. Dort könn????W?en die Anrufer eine Nachricht hinterlassen. Ein Jugendlicher sprach auf das Band: "Die Politiker sollten mehr auf uns eingehen." Ob Initiativen wie die "Wahlgang" aber wirklich einen entscheidenden Beitrag dazu leisten können, die Wahlbeteiligung Jugendlicher zu steigern? Die Forscher von Forsa kamen zu dem vorsichtigen Resultat: "Möglicherweise hat die Kampagne zu einer leichten Erhöhung beigetragen."
Parteien haben einen schlechten Ruf
Die Shell-Studie resümierte, dass Parteien im Gegensatz zu überparteilichen Gruppen wie Menschenrechtsorganisationen einen schlechten Ruf haben. Sie würden als "in sich abgekapselt" betrachtet, sagt Klaus Hurrelmann. Dieses Problem ist nach Aussage des Jugendforschers in allen westlichen Demokratien vorzufinden. "Man muss die Politik-Themen aus der Verkrampfung herausnehmen", fordert er. Der Kern sollte zwar weiter ernst bleiben, aber man müsse die Themen alltagsgerechter präsentieren.
Ein Beispiel ist der "Wahl-O-Mat", der von der Bundeszentrale für politische Bildung entwickelt wurde. Im Internet kann man 30 Forderungen wie beispielsweise der Erhöhung der Mehrwertsteuer oder der Einführung eines Mindestlohns zustimmen oder diese Ziele ablehnen. Am Ende sagt der Wahl-O-Mat dann, welcher Partei der Nutzer am nächsten steht. "Die Wahlprogramme liest doch kein Mensch", sagt Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale.
Analysen der Meinungsforscher zeigen, dass Jugendliche vor allem SPD wählen. Die Forschungsgruppe Wahlen erwartet, dass 37 Prozent der jungen Leute ihre Stimme für die Partei abgeben, Infratest Dimap rechnet mit 39 Prozent. Auch bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Mai lag die Partei bei den 18- bis 24-Jährigen mit 38 Prozent sechs Punkte vor der CDU.
Jugendforscher Hurrelmann glaubt, dass die Wahlbeteiligung von Jugendlichen noch lange niedrig bleibt: "Wir müssen aufpassen, dass sie nicht noch weiter absackt."
Aus der FTD vom 15.09.2005
Logo Der Tagesspiegel 15.09.2005
Käpt’n Blaubär und die Wahl mit der Maus
Das Internet bietet Orientierungshilfen und Wahlinformationen für alle Altersstufen
Im Internet ist über die Bundestagswahl 2005 fast alles zu finden. Nur das Ergebnis wird erst am 18. September geliefert. Man kann sich über die Parteien und Kandidaten, über Umfragen und frühere Wahlen, über das Wahlrecht und die technischen Vorbereitungen informieren. Man kann mit anderen diskutieren und erforschen, welche Partei am besten zur eigenen Meinung passt. Wir stellen einige Internetseiten vor – ohne den Anspruch auf Vollständigkeit,
Statistik-berlin.de/wahlen: Die Website des Landeswahlleiters gibt Auskunft über Landeslisten und Direktkandidaten, Termine und Wahllokale. Feinschmecker können sich alle Berliner Wahlergebnisse seit 1919 anschauen oder den Wahlzettel für den 18. September (als Muster) ausdrucken und probeweise ankreuzen.
Wahlrecht.de: Wer wissen will, was ein negatives Stimmengewicht ist oder wie die letzte DDR-Volkskammerwahl 1990 funktionierte, kommt hier auf seine Kosten. Außerdem lassen sich alle Ergebnisse demokratischer Wahlen von Berlin über Rheinland-Pfalz bis Albanien und Papua Neu Guinea nachschlagen. Aber auch sämtliche Meinungsumfragen („Sonntagsfrage“) in Bund und Ländern.
Wahl-o-mat.de: Hier werden 30 Fragen gestellt, die man zustimmend, ablehnend oder neutral beantworten soll. Anschließend erfährt man, welche Partei den eigenen Positionen am nächsten steht. Und kann sich bei der Bundestagswahl daran halten – oder auch nicht.
Kandidatenwatch.de: Man gibt seine Postleitzahl ein und schon öffnet sich eine Liste der Wahlkreiskandidaten. Mit Namen, Alter und Beruf werden sie vorgestellt. Wer Fragen an seine Kandidaten hat, trägt sie auf dem Bildschirm in ein Formular ein und bekommt wahrscheinlich eine Antwort. Außerdem stellt diese Internetseite die Wahlprogramme aller Parteien vor, geordnet nach Themen.
Phrasinator.de: Es bietet sich die unterhaltsame Gelegenheit, die schillerndsten Luftblasen aus den Wahlprogrammen der fünf größten Parteien miteinander zu kombinieren. So läs??????st sich schon mal eine große Koalition, ein Linksbündnis, Schwarz-Gelb oder auch eine Allparteienregierung einüben.
Election.de: Mit wie vielen Stimmen wurde Heinrich Lübke 1964 als Bundespräsident wiedergewählt? Wie heißt der Landrat von Reutlingen? Deutsche Wahlgeschichte, Wahl-Landkarten und Wahlkreisprognosen sind die große Stärke dieses Informationsangebots.
Wahlgang05.de: Ein lockeres, flockiges Angebot aus Berlin, gemacht von jungen Leuten für junge Wähler. Mit einem relativ hohen Informations- und Spaßfaktor.
wdrmaus.de/sachgeschichten/wahl: Käpt’n Blaubär kandidiert für die blaue Partei, die Ente für die gelbe Partei und in bewährter Sendung-mit-der-Maus-Qualität lernen Kleine und Große, wie eine Wahl funktioniert. Man kann auch selber online wählen: Zurzeit liegt der Elefant mit 36 Prozent vorn.
Und jetzt noch die Internetseiten der Berliner Parteien, mit Kandidaten, Programmen und Terminen: CDU (cdu-lv-berlin.de); SPD (berlin.spd.de); Grüne (prozentfabrik-berlin.de); Linkspartei (pds-berlin.de); FDP (freiheit-waehlen.de). za
Logo wahl.tagesschau.de 15.09.2005
Jung, hip - und hoffentlich auch "wählerisch"
von Valerie Schneider für tagesschau.de
Ein paar Stufen durch ein altes Treppenhaus mit abgerissenen Tapeten und schon steht man mittendrin, in der sicher unkonventionellsten Kampagnen-Zentrale Berlins. Die Türen stehen offen, man kann einfach eintreten. Soll es sogar. Hier ist jeder willkommen, der sich für die Bundestagswahl am 18. September interessiert oder sich informieren will. Vor allem Jungwähler. Das sind junge Leute zwischen 18 und 25 Jahren, die zum ersten oder zweiten Mal bei einer Bundestagswahl abstimmen dürfen.
Von jung, für jung
Es ist die Kampagnenzentrale der "Wahl-Gang 05". Anders als in den Kampagnenzentralen der Parteien wird hier nicht für den Wahlsieg gekämpft. 25 Berliner Studenten leisten hier Überzeugungsarbeit: Sie wollen Jugendliche dazu bringen, am 18. September zur Wahl zu gehen. "Wir machen eine Kampagne von jungen Leuten, für junge Leute. Bei uns geht es nicht um Parteiprogramme, sondern darum, dass die Jugendlichen überhaupt zur Wahl gehen", sagt die 25jährige Elena Sohn. Für die ehrenamtliche Arbeit in der Wahl-Gang hat sie auf ihren Sommerurlaub verzichtet.
Arbeiten und Feiern im gleichen Haus
Zusammen mit den anderen Wahl-Gang-Mitgliedern hat Elena Möbel für die Büroräume organisiert. Hier werden Ideen gesammelt, Veranstaltungen geplant. Im Raum links um die Ecke gibt es eine Wahl-Lounge mit Sofas, Sesseln, Getränkekisten. Die Jungwähler sollen sich hier wohl fühlen. Regelmäßig kommen Schulklassen zu Diskussionsrunden. Dann wird über Demokratie gesprochen und darüber, wie wichtig es ist, dass junge Leute mitmachen. Die Wahl-Lounge ist aber mittlerweile auch zum beliebten Partytreff geworden.
Um auch Jugendliche außerhalb Berlins zu erreichen, hat die Wahl-Gang Schulen und Ausbildungsstätten in ganz Deutschland besucht. Außerdem gibt es einen Kinospot, das Internet-Tool Wahl-O-Mat von der Bundeszentrale für politische Bildung sowie verschiedene Veranstaltungen wie Fußball-Turniere mit Prominenten und Jungwählern. Bei den Jungwählern kommen die Aktionen der Wahl-Gang gut an. "Unser Vorteil ist, dass wir selbst zur Zielgruppe gehören und deshalb von den Jugendlichen besser akzeptiert werden," sagt Elena Sohn. "Die Kampagnen, die Erwachsene organisieren, sind oft zu weit weg von den jungen Leuten."
Wahlmüde Jungwähler
Wie wichtig die Motivationsarbeit von Initiativen wie der Wahl-Gang ist, zeigt ein Blick auf die Wahlstatistik des Statistischen Bundesamtes: Bei der Bundestagswahl 2002 waren nur 70,2 Prozent der Erstwähler zur Urne gegangen. Sie blieben damit deutlich hinter der allgemeinen Wahlbeteiligung von 79,1 Prozent zurück. Noch wahlmüder als die Erstwähler zeigten sich damals allerdings die Jugendlichen zwischen 21 und 24 Jahren, die zum zweiten Mal wählen durften. Von ihnen wählten nur 68,1 Prozent.
Parteilichkeit zählt nicht
Die Wahl-Gang ist zwar die bekannteste, aber nicht die einzige Initiative, die sich um die 6,4 Millionen Jungwähler zwischen 18 und 25 kümmert. Es gibt zahlreiche überparteiliche Kampagnen, die von regionalen Vereinen und Jugendverbänden durchgeführt werden. Andere laufen bundesweit. Sie alle stehen vor der gleichen Herausforderung: "Das Interesse der Jugendlichen an den Parteien ist so gering wie noch nie", sagt Jugendforscher Arthur Fischer, langjähriger Autor der Shell-Jugendstudie. "Von den Jugendlichen wird verlangt, flexibel und selbstständig zu sein. Die verkrusteten Strukturen der etablierten Politik passen nicht dazu." Für die Jungwähler-Initiativen heißt das: Innovative Ideen finden, die die Aufmerksamkeit der Jugendlichen wecken, zum Mitmachen anregen und die vor allem überparteilich sind.
Mit dem Bus auf Stimmenfang
Junge Leute vor laufenden Kameras zum Mitreden bewegen, das ist die Idee der WDR-Aktion "Stimmenfänger". Hier können sich Jugendliche per Videobotschaft an Spitzenpolitiker wenden und sie um ehrliche Antworten bitten. Etwa wie die 20 Jahre alte Jenny: "Ich möchte Herrn Westerwelle fragen, ob er in meiner Situation Kinder kriegen würde." Gedreht wurde das Video in der oberen Etage eines Doppeldeckerbusses. Mit dem waren die "Stimmenfänger" in Nordrhein-Westfalen unterwegs, um möglichst viele Jungwähler zu erreichen. Statt eine klare Antwort zu geben wich Guido Westerwelle aus: Eine solche Frage sei ihm zu persönlich. Ob man Kinder kriegen will, solle man nicht im Fernsehen, sondern lieber mit dem Partner besprechen. Er sei aber auf jeden Fall dafür, dass es wieder mehr Kinder in Deutschland gibt.
Wahlaufrufe per Internet
"Nutze den Raum" ist das Motto, mit dem die evangelischen Jugendverbände dafür werben, zur Wahl zu gehen. In vier jeweils halbminütigen Internet-Spots nutzen junge Leute die Wahlkabine für ihr eigenes Programm: zum Grillen, als Galerie oder Pool. "Die Spots machen Werbung für die Gestaltungsräume in einer Demokratie", so Barbara Rehbein von der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend. Die Spots können im Internet angeschaut und an Freunde verschickt werden.
Wenn es darum geht, Jungwähler an die Urnen zu bringen, sind sich ausnahmsweise auch die Parteien einig. Die Nachwuchs- Organisationen der fünf im Bundestag vertretenen Parteien haben sich im "Ring politischer Jugend" zusammengeschlossen. Sie fordern die Jugendlichen auf, wählen zu gehen. "Jede Stimme für eine demokratische Partei ist eine Stimme gegen Ausländerfeindlichkeit", heißt es in dem gemeinsamen Wahlaufruf, der auch im Internet nachzulesen ist.
Noch nicht volljährig? - Macht nichts
Von "U18.org", einer Online-Wahl speziell für Jugendliche, wurden sogar diejenigen umworben, die noch gar nicht volljährig sind. Bei der unter anderem vom Bundesfamilienministerium geförderten Aktion konnten Kinder und Jugendliche unter 18 am 9. September schon mal probewählen. Wie bei der echten Bundestagswahl, auf einem "originalen" Wahlschein. Den Trend vorgeben für den Rest der Republik, nennen die Veranstalter das. Insgesamt beteiligten sich fast 47.000 junge Menschen aus ganz Deutschland daran. Klarer Wahlsieger wurde die SPD. Sie erreichte mit 38,8 Prozent mehr als doppelt so viele U18-Stimmen wie die CDU/CSU. Die landete mit 16,7 Prozent auf Platz zwei.
Logo Dresdner Neueste Nachrichten 14.09.2005
Viel Show, wenig dahinter
Leipzig/Dresden. Ausufernde Polemik, übertriebene Detailversessenheit, ständige gegenseitige Vorhaltungen - nein, die Erstwähler des Leipziger Humboldt-Gymnasiums stellen den Parteien und ihren Kandidaten in Sachen Wahlkampfführung kein gutes Zeugnis aus. Viel Show, wenig dahinter, lautet der häufig geäußerte Vorwurf der Zwölftklässler.
"Es ist doch immer dasselbe: Da wettert der eine Politiker gegen den anderen, und statt sachlich zu sagen, was verbessert werden könnte, wird auf Vergangenem herumgeritten", ärgert sich der 18-jährige Philipp. Und resümiert: "Ziemlich albern, die Theatralik des Medienwahlkampfes".
180.000 Jugendliche sind im Freistaat aufgerufen, am Sonntag erstmals ihre Stimme abzugeben. Das entspricht fünf Prozent aller sächsischen Wahlberechtigten. Bundesweit beläuft sich die Zahl der Erstwähler auf 2,6 Millionen. Je enger die Parteien in den Umfrageergebnissen beieinander liegen, desto stärker rücken die Jugendlichen ins Zentrum der Wahlkampf-Aufmerksamkeit - sollte man zumindest meinen. Tatsächlich scheinen die Kampagnen den Wählernachwuchs aber kaum zu erreichen.
"Ich jedenfalls fühle mich von den Wahlkämpfern nicht angesprochen", meint Philipp. Und Maxi ergänzt: "Die Politiker reden im Fernsehen ständig über irgendetwas, das steigt oder sinkt - das versteht doch kein Mensch." Und wenn einmal etwas gut klingen würde, werde es sofort vom Kontrahenten zerpflückt. "Da lassen sich doch utopisches Gerede und realisierbare Ideen kaum noch voneinander unterscheiden."
Ratlosigkeit, die vielleicht einen Hinweis darauf liefert, warum Erst- und Jungwähler seltener als andere Altersgruppen von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Bei der zurückliegenden Bundestagswahl 2002 gaben 70,2 Prozent der wahlberechtigten 18- bis 21-Jährigen ihre Stimme ab. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung deutlich höher, bei fast 80 Prozent. Nur die Gruppe der 21- bis 24-Jährigen schnitt mit 68,1 Prozent schlechter ab als die Erstwähler. "Da müssen bei allen Demokraten die Alarmglocken schrillen", meint Elena Sohn von "Wahl G????J?ang 05". Die von Berliner Politik- und Soziologiestudenten gegründete Initiative hat eine bundesweite und überparteiliche Kampagne gestartet, um Jugendliche an die Wahlurnen zu bringen. Die 25-Jährige ist überzeugt: "Jugendliche lassen sich für Politik begeistern".
Dass Interesse durchaus vorhanden ist, zeigt sich auch am Humboldt-Gymnasium: Die Schüler diskutieren bildungspolitische Fragen, schimpfen über die geplante Einführung von Studiengebühren, machen sich für alternative Energien stark. Und setzen sich intensiv mit dem Thema Arbeitslosigkeit auseinander. "Warum sollst du dich in der Schule anstrengen, wenn du nach dem Abi sowieso auf der Straße stehst und arbeitslos bist?", fragt Wiebke. "Das ist es, wovor ich am meisten Angst habe." Daher müsse die Politik alles daran setzen, Zukunftsperspektiven zu eröffnen.
Trotz aller Kritik am Wahlkampfgetöse: Von den wahlberechtigten Gymnasiasten sind alle gewillt, am Sonntag ihre Stimme abzugeben. "Schon um den extremen Parteien keinen Spielraum zu geben."
Sebastian Thomas
W&V
06.09.2005
Promis rühren Werbetrommel für die
Wahl
Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) will
wahlmüde Deutsche mit Radio-Spots an die Urnen locken.
Das Berliner Journalistenbüro röhr:wenzel überredete
im Auftrag der bpb 45 Medien-Promis, unentgeltlich insgesamt
90 verschiedene Audio-Clips zu produzieren. Die parteipolitisch
neutralen Spots transportieren auf völlig unterschiedliche
Weise die gemeinsame Botschaft, dass es bei der Bundestagswahl
am 18. September auf jede Stimme ankommt. Die Radio-Stationen
in Deutschland können von heute an die sendefertigen
Promi-Wahlaufrufe in ihren Programmen laufen lassen –
zum Null-Tarif.
Für jede Zielgruppe hat die Bundeszentrale die
passenden Promis parat. Sender mit älteren Semestern
als Zielgruppe können etwa Dieter Thomas Heck oder
die Schauspielerin Marie-Luise Marjan ('Mutter Beimer')
einsetzen. Die Popgruppen 'Juli', 'Wir sind Helden'
oder Thomas D von den 'Fantastischen Vier' bedienen
junge Zielgruppen. Öffentlich-rechtliche Sender
können auf ihr Stammpersonal Ulrich Wickert, Anne
Will oder den Talker Johannes B. Kerner zurückgreifen.
Mit dabei auch Deutschlands Top-Kabarettisten: Ingo
Appelt, Dieter Nuhr, Rüdiger Hoffmann, Hennes Bender
und Herbert Knebel sowie der Alt-Rocker Udo Lindenberg
und der Country-Barde Gunter Gabriel.
Nun braucht die Bundeszentrale die Unterstützung
der Radiosender: 'Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam
mit den Radiomacherinnen und Radiomachern in Deutschland
eine prima Quote hinbekommen', sagt Thomas Krüger,
Präsident der bpb: 'Die einen fürs Programm
– und wir alle für die Bundestagswahl.'
Eine weitere Initiative namens 'Wahl Gang 05' will
mit einem 30sekündigen TV- und Kinospot gezielt
junge Erwachsene motivieren, die deutlich wahlmüder
sind als andere Altersgruppen. Der von Media Consulta
(MC) produzierte Clip betrachtet das Wählen aus
einer ungewohnten Perspektive: Die Eintragung ins Wählerverzeichnis
wird zur Gästeliste, das Wahllokal zur exklusiven
In-Location. Mehrere private Sender, darunter RTL2,
Super RTL und Premiere, haben sich bereit erklärt,
diesen Spot bis zum 18. September auszustrahlen.
dtms
29.08.2005
WAHL GANG 05 powered bei dtms: Wähl’
dir einen und werd’ GANGster unter 0800-3-FÜNFNULLEN-9!
Was sollte Politik bieten, damit sie auch junge Leute
interessiert und ihnen Spaß macht? Dies herauszufinden,
haben sich Studierende der Berliner und Brandenburger
Hochschulen zusammengetan, die Agentur „Politikfabrik
e.V." gegründet und sich auch 2005 wieder eine
schlaue Erst- und Jungwählerkampagne einfallen lassen:
Die WAHL GANG 05 von jungen Leuten für junge Leute.
<>„Ziel der von uns Studenten konzipierten
Kampagne ist es, junge Leute zwischen 18 und 26 Jahren
dazu zu motivieren, am 18. September ihre Stimme bei der
Bundestagswahl abzugeben – denn das ist genau die
Altersgruppe, deren Wahlbeteiligung fast zehn Prozent
unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Und es kann funktionieren:
Die GANG hat schon im Wahlkampf 2002 gemeinsam mit der
Bundeszentrale für politische Bildung mit dem WAHL-O-MATen
für Schlagzeilen gesorgt. Die Kampagne 2005 umfasst
neben der Testimonialaktion „Join the GANG"
zahlreiche weitere Werbe- und PR-Tools wie eine bundesweite
Tour durch Ausbildungsstätten, einen Kino- und TV-Spot
oder regelmäßige Dialoge zwischen Politikern
und Jugendlichen in der Berliner WAHL Lounge am Hackeschen
Markt," so Elena Sohn, Projektleiterin der WAHL GANG
05.
Finanziert wird die Aktion neben der engen Zusammenarbeit
mit der Bundeszentrale für politische Bildung und
der Berliner Landeszentrale für politische Bildungsarbeit
komplett durch privatwirtschaftliche Unterstützung.
Einer dieser Unternehmens-Sponsoren ist das auf Service-Telefonie
spezialisierte Mainzer Unternehmen dtms AG, das die
Telekommunikationsplattform kostenlos bereitstellt.
Unter der ab dem 30. August geschalteten Freephone-Nummer
0800-3-00000-9 können – passend zum Wahldatum
– genau 18905 Anrufer die „Wahl-Bekenntnisse"
der prominenten GANGster wie der Pop-Gruppe Silbermond,
Matthias Dietrich aus „Verliebt in Berlin"
und anderen abrufen und einen eigenen Kommentar zur
Bundestagswahl `05 hinterlassen. Jeder „Sprüchemacher"
wird Mitglied der GANG und bekommt ein zyanblaues GANGster-Armband.
„Mitmachen ist Ehrensache – und ich bin
gern das älteste Mitglied der WAHL GANG 05!"
so Dr. Christoph Kurpinski, Sprecher des Vorstands bei
dtms.
Und übrigens: Wer sich die Nummer nicht merken
kann, kann unter dem Schlagwort „WAHL GANG 05"
bei der dtms-Auskunft 11840 nachfragen.
Berliner Zeitung
06.09.2005
Jung und ungebunden: Am Hackeschen
Markt wird um den Erstwähler geworben
Petra Ahne
Sie sind die ersten, die sich kaum mehr daran erinnern,
wie es war, Helmut Kohl als Kanzler zu haben. Weil sie
zu jung waren. So jung, dass Gerhard Schröder fast
schon ihr Helmut Kohl ist. Der Kanzler, der immer da war.
Oder jedenfalls: schon ganz schön lange. Parteien
mögen Erstwähler. Wahrscheinlich, weil es scheint,
man könne den Wähler nie wieder so leicht für
sich gewinnen wie jetzt. Beim ersten Mal.
In einem Raum am Berliner Hackeschen Markt versuchen das
an diesem Abend der Juso-Vorsitzende, der Landes-geschäftsführer
der Jungen Union und ein FDP-Bundestagsabgeord-neter.
Die Wahlgang hat sie eingeladen, Politikstudenten, die
möchten, dass die Erstwähler wählen gehen.
Gekommen sind 30 Schüler, 18, 19 Jahre alt. Was die
Parteien für die Jungen tun wollten, will ein Mädchen
wissen. Sie bekommt Politikerant-worten.
Chancengleichheit,
Jugendarbeitslosigkeit senken. Als Nicht-Erstwähler
könnte man unaufmerksam werden. Doch der Erstwähler
ist wachsam. "Wenn die SPD so viele Arbeitsplätze
geschaffen hat, warum ist jedes vierte Kind arm?",
wird Juso-Chef Björn Böhning gefragt. Der lächelt
gequält. Vielleicht hat er sich das hier leichter
vorgestellt. Erstwähler wählen links, so war
das immer. Aber jetzt sitzt da ein JU-Mitglied, das Jeans
und Turnschuhe trägt und gar nicht aussieht, wie
CDU-Nachwuchs mal aussah. Und der FDP-Mann scheint gut
anzukommen, obwohl er lange redet. "Werden wir als
Rentner für uns selbst sorgen müssen?"
wird er gefragt. Als ob er es wissen muss, weil er älter
ist.
Am Anfang haben alle auf Zetteln schon mal gewählt.
Die meisten Stimmen gehen an SPD und Grüne. So schnell
verändern sich die Dinge vielleicht doch nicht.
Tagesspiegel
02.09.2005
Mehr Lust aufs erste Mal: Viele Jugendliche wollen
am 18. September nicht wählen gehen – das will
die Studenteninitiative „Wahlgang“ ändern
Rund 94000 Berliner dürfen am 18.September zum ersten
Mal den Bundestag wählen – aber viele davon
werden wohl zu Hause bleiben. Denn bei den Erstwählern
liegt die Wahlbeteiligung deutlich unter dem Durchschnitt.
Mit der Kampagne „Die Wahlgang“ will der
Studentenverein Politikfabrik wie schon 2002 die Jugendlichen
zum Wählen animieren. Unterstützt wird die
Aktion von Prominenten wie Sandra Maischberger oder
der Band Silbermond. Ein wichtiger Teil des Programms
sind Besuche in Schulen, zu denen auch Politiker eingeladen
werden.
In der Max-Taut-Schule in Lichtenberg startete die
Tour durch Schulen und Betriebe in ganz Deutschland.
Im Blauen Salon der Max-Taut-Schule saßen rund
120 Schüler in Gruppen zusammen. Aus dem Wahlkreis
Lichtenberg waren die Bundestagskandidaten von SPD,
CDU, Grünen, FDP und PDS gekommen, dazu Vertreter
der Jugendorganisationen dieser Parteien. Die Politiker
blieben ein paar Minuten bei jeder Gruppe, dann gingen
sie zur nächsten. Der Anfang war ein wenig zaghaft,
einige Jungpolitiker saßen schweigend bei den
Schülern.
„Hamse ’ne Idee, was Ihre Eltern wählen?“,
wollte Gesine Lötzsch wissen. Die PDS-Bundestagsabgeordnete
konnte 2002 ein Direktmandat in Lichtenberg erringen.
Die Schüler sprachen sofort über Edmund Stoibers
Ostparolen: „Das hat mich verletzt“, sagte
ein Schüler.
„Warum sollen wir denn wählen gehen?“
fragte ein anderer. Christoph Schütte von der Jungen
Union sagte etwas vom „hohen Gut der Demokratie“.
Ein Schüler wollte von ihm wissen, , „warum
Politiker dauernd Versprechen brechen“, für
ihn sei das nämlich ein Grund, nicht wählen
zu gehen. Schütte wich aus – mit der Bemerkung,
dass „DVU, NPD und die PDS radikale Parteien“
seien. Später setzte sich ein Vertreter der Lichtenberger
Jusos an den Tisch und versuchte, den Jugendlichen die
Bürgerversicherung zu erklären. Dabei benutzte
er viele Fachausdrücke. „Ich versteh’
das nicht“, so die Reaktion der 20-jährigen
Julia. Dann klinkte sie sich aus der Gesprächsrunde
aus. Ob sie wählen geht? „Mal sehen“,
in der Schule werde man zu wenig über Politik informiert.
Stefan Ziller von der Grünen Jugend forderte mehr
Engagement von den Erstwählern: „Das ist
auch deren Verantwortung, sich zu informieren.“
Meike Müller von der Politikfabrik ist mit dem
Start der Kampagne zufrieden. Viele Schüler hätten
das Angebot angenommen und Fragen gestellt. „Die
wollen mehr als nur Wahlplakate“, sagt Müller.
Die „Wahlgang“ bringt Informationen rund
um die Bundestagswahl. Neben den Schulbesuchen bieten
die Studenten Infos im Internet und eine „Wahllounge“
in der Rosenthaler Straße 39 (Mitte). In die Begegnungsstätte
für Erstwähler kommen einmal die Woche Politiker
zum direkten Gespräch.
PR-Portal
Branche compact (2) (32.KW-05)
01: Die Politikfabrik ist zurück mit der "WAHL
GANG 05". Mit der Erstwählerkampagne will
das studentische Wahlkampfteam Jung- und Erstwähler
zur Stimmabgabe am 18. September bewegen. Mit einer
Tour durch Deutschlands Schulen, einer WAHL LOUNGE in
Berlin-Mitte, Fehrnsehspots, Plakaten und Online-Tools
stürzen sich die Studenten ab sofort in den bundesdeutschen
Wahlkampf. Die WAHL GANG 05 – Kampagne stützt
sich auf zwei Säulen: zum einen den direkten Kontakt
und Austausch mit den Jugendlichen, zum anderen die
Inszenierung medienwirksamer Aktionen. Beide Säulen
finden unter dem gemeinsamen Dach der WAHL GANG statt,
die als Absender aller Kampagnentools deutlich in Erscheinung
tritt.
Politische Beteiligung : «Wahl
Gang» will Erstwähler zum Wahlgang motivieren
(epd). Eine neue «Wahl Gang» will Erst-
und Jungwähler mit einer bundesweiten Kampagne
zum Wahlgang am 18. September motivieren. Die Bundeszentrale
für politische Bildung und die studentische Kommunikationsagentur
«Politikfabrik» stellten heute in Berlin
ihre Aktionen und einen Werbespot vor, der in Kinos
und privaten Fernsehsendern ausgestrahlt werden soll.
Bild zur Nachricht
Bereits vor der Bundestagswahl 2002 war die «Wahl
Gang» aktiv geworden. Hintergrund der Kampagne
ist die geringe Wahlbeteiligung von Jungwählern.
Während die allgemeine Wahlbeteiligung 2002 bei
79,6 Prozent lag, gingen nur 70,2 Prozent der 18- bis
21-Jährigen und 68,1 Prozent der 21- bis 25-Jährigen
zur Wahl. Rund zehn Millionen Wahlberechtigte sind in
diesem Jahr unter 30 Jahre alt.
Die «Wahl Gang» hat in Berlin-Mitte am
Hackeschen Markt eine Wahl-Lounge eingerichtet, in der
sich junge Leute in Clubatmosphäre über die
Parteien und ihr Wahlrecht informieren und mit Politikern
diskutieren können. Das Fernsehduell zwischen Bundeskanzler
Gerhard Schröder und Kanzlerkandidatin Angela Merkel
am 4. September wird dort übertragen.
Die Mitglieder der Agentur «Politikfabrik»
besuchen zudem Schulen im ganzen Bundesgebiet, um Schüler
über die Bundestagswahl aufzuklären. Am Samstag
findet in Berlin ein Streetsoccer-Turnier statt, an
dem sich auch Mitarbeiter des rbb-Radiosenders «Fritz»
und die Fußballmannschaft der Grünen beteiligen.
Den Abschluss bilden eine Diskussion mit Politikern
am Vorabend der Wahl mit anschließender Party
sowie eine Wahlparty in der Wahl-Lounge am 18. September.
Außerdem können sich Jungwähler unter
der kostenlosen Telefonnummer 0800-30 000 09 politische
Statements abgeben und die Stimmen von Prominenten anhören,
die zur Wahl aufrufen. Für die Wahl werben Mitglieder
der Band «Silbermond» und die Schauspieler
Matthias Dietrich und Anna Maria Mühe.
Ausführliche Informationen unter www.wahlgang05.de.
ddp
01.09.2005
Kampagne zur Mobilisierung von
Erst- und Jungwählern startet
Berlin (ddp-bln). Studenten aus Berlin und Brandenburg
haben eine bundesweite Kampagne zur Mobilisierung von
Erst- und Jungwählern gestartet.
Aktionen wie die
«Wahl Gang 05» kämen gut an, da die Studenten
mit den jungen Menschen auf «gleicher Augenhöhe
einen Dialog» führen könnten, sagte die
Schirmherrin der Kampagne, die Moderatorin Sandra Maischberger,
am Donnerstag in Berlin. Etablierte Politiker, TV-Sendungen
und Printmedien erreichten die Erst- und Jungwähler
dagegen schwer.
Das Kernstück der Kampagne ist der
so genannte Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische
Bildung (bpb). Er bietet die Möglichkeit, sich im
Internet anhand von Thesen auf Grundlage der verschiedenen
Parteiprogramme eine Einordnung der eigenen politischen
Position angeben zu lassen. Nach bpb-Angaben haben in
den vergangenen sechs Tagen eine Million Nutzer das Online-Tool
angeklickt.
Die Kampagne wird den Angaben zufolge unterstützt
von prominenten «Gang-Membern» wie der Band
Silbermond, der Schauspielerin Anna Maria Mühe und
dem Viva-Moderator Klaas Heufer-Umlauf, die bei einer
Plakat- und Postkartenaktion für eine Wahlteilnahme
werben. Erst- und Jungwählen können sich in
einer Wahl-Lounge in der Rosenthalerstraße 39 in
Berlin-Mitte über den Urnengang informieren. Dort
sind auch prominent besetze Diskussionsrunden sowie eine
Wahlparty am 18. September geplant. Darüber hinaus
soll es eine bundesweite Tour durch Schulen und einen
TV- und Kinowerbespot geben.
Die studentische Initiative
wird ausschließlich von ehrenamtlichen Helfern getragen
und unter anderem von der bpb und der Landeszentrale für
politische Bildungsarbeit unterstützt.
ddp
01.09.2005
Politischer Dialog auf gleicher Augenhöhe:
Studenten starten Kampagne zur Mobilisierung von Erst-
und Jungwählern
Von Mirko Hertrich
Studenten aus Berlin und Brandenburg haben eine bundesweite
Kampagne zur Mobilisierung von Erst- und Jungwählern
gestartet. Aktionen wie die «Wahl Gang 05»
kämen gut an, da die Studenten mit jungen Menschen
auf «gleicher Augenhöhe einen Dialog»
führen könnten, sagte die Schirmherrin der Kampagne,
die Moderatorin Sandra Maischberger, am Donnerstag in
Berlin. Etablierte Politiker, TV-Sendungen und Printmedien
erreichten die Erst- und Jungwähler dagegen schwer.
Der Geschäftsführer der «Wahl Gang 05»,
der 27-jährige Student Gregor Scheppan, betonte,
dass über die Kampagne gezielt der Kontakt mit den
Erst- und Jungwählern gesucht werden soll. Hierfür
hätten die Studenten mit kreativen Ideen und einer
unkonventionellen Herangehensweise gute Voraussetzungen.
Um junge Wahlberechtigte für die Wahl zu interessieren,
nutzen die Studenten unter anderem den so genannten Wahl-O-Mat.
Er bietet die Möglichkeit, sich im Internet anhand
von Thesen auf Grundlage der verschiedenen Parteiprogramme
eine Einordnung der eigenen politischen Position angeben
zu lassen. Den Angaben zufolge haben in den vergangenen
sechs Tagen bereits eine Million Nutzer das Online-Tool
angeklickt.
Die Kampagne wird unterstützt von prominenten
«Gang-Membern» wie der Band Silbermond, der
Schauspielerin Anna Maria Mühe und dem Viva-Moderator
Klaas Heufer-Umlauf, die bei einer Plakat- und Postkartenaktion
für eine Wahlteilnahme werben. Erst- und Jungwähler
können sich in einer Wahl-Lounge in der Rosenthalerstraße
39 in Berlin-Mitte über den Urnengang informieren.
Dort sind auch prominent besetze Diskussionsrunden sowie
eine Wahlparty am 18. September geplant. Darüber
hinaus soll es eine bundesweite Tour durch Schulen und
einen TV- und Kinowerbespot geben.
Die «Wahl Gang» war schon bei der Bundestagswahl
2002 aktiv. Im «Hängerwahlkreis» Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer
Berg Ost habe die Kampagne nach Erhebungen eines Meinungsforschungs-instituts
messbare Auswirkung auf die Mobilisierung von jungen Erwachsenen
bei der Wahl gebracht, unterstrich der Präsident
der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb),
Thomas Krüger. Nach Angaben der «Wahl Gang»
sind Erst- und Jungwähler die Altersgruppe mit der
geringsten Wahlbeteiligung. Im Jahr 2002 wählten
von den 18- bis 21-Jährigen 70,2 Prozent, bei den
jungen Erwachsenen im Alter von 21 bis 25 Jahren 68,1
Prozent. Über alle Altersgruppen hinweg lag die Wahlbeteiligung
bei 79,6 Prozent. Die studentische Initiative wird ausschließlich
von ehrenamtlichen Helfern getragen. Durch die Arbeit
unter «Realbedingungen» könnten wertvolle
Erfahrungen gesammelt und nützliche Kontakte geknüpft
werden, unterstrich Scheppan.
Die «Wahl Gang»
entstand 2001 aus einem Projektkurs am Otto-Suhr-Institut
für Politikwissenschaft der Freien Universität
(FU) Berlin. In diesem Jahr beteiligen sich auch Studenten
der Universität Potsdam.
die tageszeitung
18.08.2005
...und heute: >> Echt cool
So richtig politisiert abhängen lässt es
sich ab sofort in der „Wahl Lounge“ –
natürlich in Mitte (Rosenthaler Straße 39).
Jungwähler können sich ganz relaxt über
die Bundestagswahl informieren, im vertrauensvollen
Gespräch mit den Mitarbeitern oder bei wöchentlichen
Gesprächsrunden. Um 19 Uhr gibt’s heute eine
Diskussion zum Thema „Münteferings Coup!?
– Neuwahlen zum Bundestag“.
Politikfabrik e. V. initiiert die
WAHL GANG 05
www.wahlgang05.de - das zentrale Kampagnenportal der GANG
Neben flankierenden Angeboten zu allen Aktionen der
Kampagne und dem Angebot von Informationsmaterialien
dient sie als Vernetzungsplattform für das bundesweit
geschlossene GANGster Netzwerk und alle weiteren Erstwähler/-innen.
Hier können sie untereinander und mit der GANG
in den Dialog treten. Weitere Sites der WAHL GANG 05
werden www.wahldate.de und www.ich-geh-hin.de sein –
hier kann die Generation Single „Wahlgang-Dates“
abschließen bzw. lesen, warum Prominente sagen:
„ich geh hin, weil…“.
WAHL GANG on Tour
Die WAHL GANG besucht in vier deutschen Städten
Schulen und Ausbildungsstätten sowie Bundeswehrkasernen.
Termine:
- 29. und 30. August in Kiel und Cottbus
- 4. und 5. September in München und
- 9. September in Aachen.
Ziel der Tour ist es, Schüler/-innen direkt anzusprechen.
Unter anderem in einer Diskussions- und Informationsstunde
bekommen die jungen Leute die Gelegenheit, sich von
den Direktkandidat(inn)en von 5 Parteien* in ihrem Wahlkreis
und deren Wahlprogramm ein eigenes Bild zu machen. In
den Pausen haben die Schüler die Möglichkeit,
in der mobilen Wahl-Lounge die BTW 2005-Version des
Wahl-O-Maten (www.wahl-o-mat.de) zu benutzen und mit
ihren Fragen an die WAHL GANG heranzutreten.
Berlin als Bundeshauptstadt bekommt darüber hinaus
seine eigene WAHL GANG Tour: Vom 22. bis zum 25. August
ist die WAHL GANG 05 jeden Tag an einer anderen Schule
anzutreffen.
Berliner Zeitung
22.08.2005
ERSTWÄHLER: Wer die
Wahl hat, hat die Qual. Auf keinen Fall aber darf die
Qual so stark sein, dass man auf die Wahl verzichtet.
Damit das bei der Bundestagswahl nicht passiert, hat die
WAHL GANG, ein Projekt von der Politikfabrik mit Unterstützung
der Berliner Landeszentrale für politische Bildungsarbeit,
die WAHL lounge ins Leben gerufen. Erstwähler sollen
ermutigt werden, sich in politische Prozesse einzubringen.
Am Donnerstag finden zwei lockere Gesprächsrunden
zum Thema "Die Qual der Wahl - Entscheidung vor und
in der Wahlkabine" statt. Fachleute, Journalisten
und Politiker wie beispielsweise Hans-Christian Ströbele
sprechen mit den jungen Wählern über Entscheidungshilfen
und darüber, wen man wie und warum wählen kann.
Jeder, der Lust hat sich in der WAHL lounge auf die Bundestagswahl
einstimmen zu lassen, wird gebeten sich unter presse@politikfabrik.de
anzumelden. (xyv.)
Termine: Donnerstag, 10 bis 12 und 19 bis 21 Uhr. Ort:
WAHL lounge, Rosenthaler Str. 39 in Mitte.
Jugendmarketing Aktuell (juma)
22.08.2005
"WAHL GANG 05" will Jungwähler
motivieren
Mit einer Erstwählerkampagne will das studentische
Wahlkampfteam "Politikfabrik" Jung- und Erstwähler
zur Stimmabgabe am 18. September bewegen.
Mit einer Tour durch Deutschlands Schulen, einer "WAHL
LOUNGE" in Berlin-Mitte, Fehrnsehspots, Plakaten
und Online-Tools stürzen sich die Studenten ab sofort
in den bundesdeutschen Wahlkampf.
Die "WAHL GANG 05" – Kampagne stützt
sich auf zwei Säulen: zum einen den direkten Kontakt
und Austausch mit den Jugendlichen, zum anderen die Inszenierung
medienwirksamer Aktionen. Beide Säulen finden unter
dem gemeinsamen Dach der "WAHL GANG" statt,
die als Absender aller Kampagnentools deutlich in Erscheinung
tritt. Zu den Unterstützern gehört unter anderem
die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).
Weitere Infos: www.wahlgang05.de
Aachener Zeitung
16.08.2005
Polit-Workshops für Jugendliche in
Berlin Aachen. «Wahl Gang» ist ein Team der
«Politikfabrik», das mit seiner Kampagne insbesondere
Erst- und Jungwähler eine Plattform der politischen
Partizipation bieten will. Deswegen gehen die Veranstalter
erstmals auf Tour durch Deutschland. Interessierte Jugendliche
aus Aachen sind nun kurzfristig eingeladen, in einem Workshop
vom kommenden Freitag, 19. August, bis zum Sonntag, 21.
August, in Berlin eine Wahl-Gang-Veranstaltung für
ihre Schule oder ihren Ausbildungsbetrieb auszurichten.
Wer Interesse hat, kann sich melden: Kampagnenbüro
«Wahl Gang 2005», Rosenthaler Straße
39, 10178 Berlin, Tel.030/27596770 oder 0172/3247539.
"Wahl-Lounge" für Erstwähler
am Hackeschen Markt
Junge Berliner Wähler können sich vor der Bundestagswahl
am 18. September in einer eigens eingerichteten "Wahl-Lounge"
in Mitte informieren. Initiiert wurde der Treffpunkt für
Jung- und Erstwähler am Hackeschen Markt von Politikstudenten
zusammen mit der Landeszentrale für politische Bildung.
In der Wahl-Lounge, die Teil der Kampagne "Wahl Gang
05" ist, soll es jeden Donnerstag Diskussionsrunden
mit Politikern, darunter Christian Ströbele (Grüne)
und FDP-Landeschef Markus Löning, geben.
"Wahl-Lounge": Rosenthaler Straße 39,
Tel.: 27 59 67 70, geöffnet von 9 bis 19 Uhr. dpa
Politik & Kommunikation
wahlkampf special 2
06 .08.2005 >>
link (.pdf)
Die Wahl Gang ist wieder los!
Die erfolgreiche Erstwählerkampagne der Politikfabrik
erlebt eine Neuauflage. Sie zieht mit dem mobilen Wahl-O-Mat
durch Schulen in Wahlkreisen mit geringer Wahlbeteiligung.
Auch in Planung: Eine SkateNight, ein Fußballturnier
und eine Wahl-Lounge in Berlin-Mitte.
Partner sind die Bundeszentrale für politische Bildung,
die Landeszentrale Berlin, BMW, Initiative ProDialog,
Media Consulta und Scholz&Friends.
"Ihr steht auf der Gästeliste"
Die studentische "Wahl-Gang 05" will junge Wahlberechtigte
für Politik interessieren
Von Gerald Beyrodt
Was haben Vorlesungen und Politiker-Reden miteinander
gemein? Manche Studenten sagen, beides rauscht an ihnen
vorüber. Eine Gruppe von Studierenden, die zusammen
die PR-Agentur Politikfabrik betreiben, will erreichen,
dass junge Wahlberechtigte mehr wahrnehmen, was in der
Politik passiert. Am Donnerstagabend bringt die "Wahl-Gang
05" zusammen mit der Bundeszentrale für politische
Bildung einen Werbespot in die Kinos. >>
mehr
Inforadio (RBB)
27.08.05
Werben um Jungwähler
Am 18. September wählen sich die Deutschen
eine neue Kanzlerin oder behalten den Alten.
Bundestagsneuwahlen sind angesagt. Und wie bei jeder
Wahl wird es Jungwähler geben, die zum ersten Mal
wählen gehen. Um diese Jungwähler kümmert
sich der Verein "Wahl Gang 05" der Politikfabrik.
Frage an Elena Sohn, Projektleiterin von Wahl Gang
05: Was ist die Politikfabrik, was das Projekt Wahl
Gang und wer steckt dahinter?
In einem kurzen aber sehr humorvollen Beitrag berichtet
die RBB
Abendschau von der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes
für
Neuwahl. In dem Beitrag findet auch die Wahl Gang Erwähnung.
Nach einer
kurzen Einleitung wird klar, dass hier junge Menschen
etwas bewegen
wollen. Stefan Kägebein und Stefanie Treutler,
zwei Gang Member geben
kurze Statements zu ihrer Arbeit ab. Im Hintergrund
sieht man uns im
Büro arbeiten. Zu besonderen Ehren kommen auch
die gesponserten Wahl
Gang T-Shirts der BSR, die im Abspann groß zu
sehen sind.
Berliner Radiosender
Radio1 (rbb)
25.08.2005
Immer weniger junge Menschen gehen
wählen…
Am 25.08.05. stand Gang Mitglied Elena
Sohn den Fragen von Radio Eins Rede und Antwort. Hauptsächlich
ging es darum mit welchen Aktionen die Wahlgang Jugendliche
motiviert sich mit Politik auseinander zu setzten. Tatsächlich,
so mußte auch die Moderatoren feststellen, interessieren
sich immer weniger Jugendliche für Politik. Elena
sprach über verschiedene Aktionen, wie die Schultour
und die WAHL Lounge und konnte so zeigen, dass es Möglichkeiten
für die jungen Leute gibt sich zu informieren und
vorbei zu kommen!
>> das mp3.file
(7.262 kB!!)
Deutschlandfunk
09.08.2005
Politikstudenten als 'Wahlfänger'
Die 'Politikfabrik' will junge Menschen zur Urne bringen
Mehr junge Leute für Politik interessieren - das
wollte Professor Nils Diederich vom politikwissenschaftlichen
Institut der FU Berlin mit einem Projektkurs erreichen.
Über zwei Semester verteilt, im vergangenen Wintersemester
Theorie, dieses Sommersemester dann Vorbereitung auf
Aktionen im Vorfeld der Bundestagswahl, entstand dabei
die 'Politikfabrik'. 80 Politikstudenten mischen dabei
mit, etwas gegen die Politikverdrossenheit bei jungen
Menschen zu unternehmen und sie für die Wahl zu
begeistern.
In der Morgensendung „Katrin und der
Kaiser“ am Freitag, 5. August 2005 gab der WAHL
GANGster Christoph Fahle ein Telefoninterview
über den Wahl-O-Mat.